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Me, myself and some men
 

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Und die Moral...

Die Moralkeule schwingen, dass können wir alle ganz gut. Aber was, wenn wir uns mal an die eigene Nase fassen und darüber nachdenken, wie moralisch wir uns selbst verhalten?

Ich kenne einen Mann. Mit diesem Mann habe ich nun seit über vier Jahren eine Affäre. Anfangs wusste ich nicht, dass ich "die andere Frau" bin. Wir haben uns in einer Phase meines Lebens kennengelernt, wo ich nicht nach einer festen Beziehung gesucht habe. Deshalb passte es mir gut in den Kram, dass er das auch nicht tat. Wir lernten uns kennen und verbrachten viel Zeit zusammen. Wir hatten Spaß, wir hatten Sex und wir waren uns nah.

Irgendwann kam der Tag, an dem ich Zweifel bekam. Ich ahnte, dass irgendetwas nicht stimmte. Immer wieder stritt er ab eine Freundin zu haben, doch irgendwann kam er nicht mehr umhin es zuzugeben. Und da stand ich nun. Nach zwei Jahren erfuhr ich, dass der Mann den ich fast täglich sah eine Freundin hatte. Und das schon seit vielen Jahren. Ich war die andere Frau. Ich war diejenige, die eine Beziehung zerstören würde. Ich war die Schlampe, die es mit einem vergebenen Mann trieb. 

Ich war enttäuscht und unglaublich wütend. Er hatte mich belogen. Jahrelang! Genau wie sie. Mit dem einen kleinen Unterschied, dass ich jetzt die Gelegenheit hatte mich aktiv für oder gegen ihn zu entscheiden. Und damit meine ich nicht für oder gegen eine Beziehung mit ihm. Denn es stand nie zur Debatte, dass die beiden sich trennen würden. 

Und genau das ist der Punkt, wo wir moralapostelmäßig zu kreischen beginnen und voraussetzen, dass man sich selbstverständlich gegen eine Affäre entscheiden muss. Es ist verwerflich, schlampig und moralisch nicht vertretbar! Das ist vielleicht sogar wahr, aber welche Rechenschaft bin ich dieser Frau schuldig? Ich wusste nicht einmal, dass es sie gibt. Ich hatte genauso wenig die Chance mich zu entscheiden wie sie. Ich wurde ebenso belogen wie sie. Und dann entschied ich mich. Für den Mann, für die Affäre und für das Schlampendasein. 

Ich entschied mich dafür, was mir gut tat! Ich entschied mich für gute Gesellschaft, guten Sex und Nähe. Ich entschied mich für Prickeln, für geheime Stunden zu zweit und für Lügen. Ich entschied mich für die besten Gespräche meines Lebens, für Tränen und für durchfeierte Nächte. ich entschied mich dafür zweite Wahl zu sein, für Schweigen und für Diskretion. 

Ich habe eine Affäre mit einem vergebenen Mann. Und inzwischen habe ich mich aktiv dafür entschieden. Ist das moralsich korrekt? Müsste ich mir nicht eigenlich Gedanken darüber machen, wie es "ihr" damit geht? Müsste ich ihn nicht verteufeln für sein Verhalten?

Oder ist es nicht vielleicht auch richtig, wenn ich auf meine Bedürfnisse schaue? Muss ich micht nicht darum kümmern, was mir gut tut? Wenn ich nicht mit ihm schlafe, dann tut es eine Andere. 

Ich bin nicht immer glücklich mit dieser Situation, aber ich verdanke ihr den weltbesten Sex, einen tollen Menschen in meinem Leben und unzählige Glücksmomente! 

Ich habe eine Affäre. I make wrong choices!

27.10.16 21:31

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